01. Juni 2022

Erzähltheorien besonderer Dinge - Alter und Zeit Call for Papers. Erzähltheorien besonderer Dinge - Alter und Zeit. Workshop 19. - 21. November 2022

Call for Papers - Workshop 19. - 21. November 2022

Call for Papers: Erzähltheorien besonderer Dinge - Alter und Zeit (Workshop 17. – 19. 11. 2022)
Call for Papers: Erzähltheorien besonderer Dinge - Alter und Zeit (Workshop 17. – 19. 11. 2022) - Im Rahmen des Workshops sollen erzähltheoretische und kommunikationssoziologische Überlegungen diachron und interdisziplinär im Sinne des Thing Turns nach Bruno Latour auf die Dinge angewendet werden. In einem komparativen Zugriff können dadurch diejenigen Narrative und Kommunikationsstrukturen globalhistorisch und epochenübergreifend untersucht werden, die gewissen Dingen eine herausgehobene Stellung verleihen. © Present Pasts
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Wodurch wird etwas als besonders, als verehrungswürdig, vielleicht sogar als heilig kommuniziert und verstanden? Ein zentraler Aspekt, um das Besondere zu markieren und zu erkennen, ist Alter beziehungsweise Zeit. Mithilfe der Zurschaustellung oder auch Suggestion von Alter und Zeit kann auf- und abgewertet, authentifiziert und legitimiert werden. Das Besondere wird dadurch skalierbar, es lässt sich ablesen und messen. Ebenjene Narrative, die mit Hilfe von Alter und Zeit kommunizieren und argumentieren, finden sich sowohl im materiellen wie auch im literarischen Befund.

Die methodischen Ansätze zur Untersuchung solcher Narrative nehmen ihren Ausgang einerseits in den verschiedenen Disziplinen und jeweiligen Dingkulturen. Zentral für das Verständnis der Weiter- und Umnutzung älterer Werkstücke ist etwa die vieldiskutierte Spoliennutzung in Antike, Spätantike und Mittelalter. Dabei können vor allem die ideen- und motivgeschichtlichen Ansätze jüngerer Zeit, die die Bedeutung des Vergangenen für die
Definition des Gegenwärtigen in den Fokus rücken, fruchtbar gemacht werden. Auch die Erforschung von Dingkulturen mittelalterlicher Erzählwelten hinsichtlich Herrschaftsausübung und Machtdemonstration, Visualisierung von Hierarchien und Abhängigkeiten, Markierung von Status oder auch Gender verfolgt einen ähnlichen Ansatz und führt das breite Spektrum der Dinge – von bloßer Requisite über symbolische oder poetologische Funktion bis hin zu eigenmächtig handelnden Akteuren – vor Augen. Neben den jeweiligen fachspezifischen Zugängen werden Erzähltheorien besonderer Dinge andererseits durch ein übergreifendes methodisches Gerüst verbunden. Zentral dafür sind etwa Jan Assmanns Überlegungen zum kulturellen Gedächtnis, die zwar einen altertumswissenschaftlichen Schwerpunkt haben, aber weder auf eine Gattung noch auf eine Epoche festgelegt, sondern komparativ gedacht sind. Gleichermaßen richtungsweisend sind zudem die strukturalistische Erzähltheorie von Gérard Genette und die kommunikationssoziologischen Ansätze von Niklas Luhmann.

Im Rahmen des Workshops sollen erzähltheoretische und kommunikationssoziologische Überlegungen diachron und interdisziplinär im Sinne des Thing Turns nach Bruno Latour auf die Dinge angewendet werden. In einem komparativen Zugriff können dadurch diejenigen Narrative und Kommunikationsstrukturen globalhistorisch und epochenübergreifend untersucht werden, die gewissen Dingen eine herausgehobene Stellung verleihen. Beiträge aus den archäologischen und kunsthistorischen, den theologischen und philologischen Fächern sowie Nachbardisziplinen sind besonders erwünscht zu folgenden Aspekten:

  • Definitionen von Alter und Zeit
  • Wer definiert Alter und Zeit?
  • Pseudo-Alter, Alter als Funktion
  • Missverständnis von Alter
  • Materialität von Alter und Zeit
  • Fundkontexte und Fundinszenierung
  • Muster von Alters- und Zeitnarrativen
  • Explizite und implizite Narrative

Bitte senden Sie ein Abstract (max. eine Seite) für einen circa 25 minütigen Vortrag bis zum 19. Juni 2022 an: workshop@uni-bonn.de

Den vollständigen Call for Papers finden Sie hier.

The full Call for Papers can be found here.

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