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5000 Jahre europäische Textilgeschichte - Das Textilarchiv Hans-Jürgen Hundt im RGZM Mainz

 

Ein Projekt der Abteilung Christliche Archäologie der Universität Bonn in Verbindung mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz

Wer war Hans-Jürgen Hundt?

Hans-Jürgen Hundt war ein Pionier der Textilarchäologie. Langjähriger Direktor am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in Mainz, untersuchte er in den Jahren 1954-1990 insgesamt rund 2700 textile Bodenfunde. Seine Analysen gingen in sein „Textilarchiv“ ein, das sich heute im Besitz des RGZM befindet und neben den Textilanalysen auch Zeichnungen, Fotos sowie Nachwebungen umfasst. Die von Hundt untersuchten, in der Regel fragmentarisch erhaltenen Textilfunde stammen von 368 Fundorten überwiegend in Deutschland, und sie decken die Zeitspanne vom Neolithikum bis zum Mittelalter ab, mit Schwerpunkten im Frühmittelalter und in der Eisenzeit. Das Textilarchiv Hundt stellt einen wohl einzigartigen Datenpool zu archäologischen Textilien in Deutschland dar.

Das Projekt

Hundt legte etwa 100 Publikationen zu den von ihm untersuchten Textilfunden vor, unter anderem aus dem frühgeschichtlichen Haitabu und Elisenhof, sowie aus zahlreichen frühmittelalterlichen Gräberfeldern. Diese Publikationen Hundts stellen auch in der heutigen Forschung unentbehrliche Materialvorlagen dar. Trotz seiner regen Publikationstätigkeit decken Hundts Veröffentlichungen nur einen kleineren Bruchteil des von ihm aufgenommenen Materials ab. Die Abteilung Christliche Archäologie führt in Kooperation mit dem RGZM ein Projekt durch, in dem die Daten des Hundt´schen Textilarchives in einer Datenbank erfasst und der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Hierbei werden sie  kontextualisiert und in die aktuelle archäologische Textilforschung eingeordnet. Zur Veröffentlichung der Datenbank und anlässlich des 30-jährigen Todestages von H. J. Hundt findet im Jahre 2020 eine internationale Tagung statt.

 

 

Zeichnung H.-J. Hundts aus den Beständen des RGZM zu einem Spitzgratköper aus einem frühmittelalterlichen Grabfund

 

Durchführung und Ansprechparterin

Bei Rückfragen und Hinweisen wenden Sie sich bitte an Dr. Petra Linscheid

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