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Neue Ausgrabungen in Elusa (Haluza), Israel

Grabungskampagne 2018

Im Frühjahr 2018 führte die Abteilung der Christlichen Archäologie der Universität Bonn erstmalig und in Kooperation mit dem Archäologischen Institut der Universität zu Köln sowie der Israel Antiquities Authority unter der Leitung von Michael Heinzelmann und Tali Erickson-Gini eine Grabungskampagne in Elusa durch. Finanziert wurde die Grabung durch die Gerda Henkel Stiftung. Das Projekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Schrenk. Die Grabungsleitung hat Florian Michael Jordan M.A. inne.

 Das Projekt

Landkarte Elusa            Geophysik Elusa            Lage Sondagen 13 und 14

Abb. 1 Topographie Israels                          Abb. 2  Stadtplan von Elusa mit Lage der sog. Basilika B          Abb. 3 Lage der Sondagen 13 und 14

                                                                     im Nordosten

Für das erste Jahr der Grabungskampagne wurde einer durch Surveys des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln neu aufgenommener Kirchenbefund, die sog. Basilika B im Nordwesten des innerstädtischen Bereichs, durch Sondagen 13 und 14 untersucht.

 

Luftbild Sondagen Elusa     Straße      Sondage 14

Abb. 4 Luftaufnahme der Sondagen 13 und 14                                       Abb. 5 Sondage 13 im            Abb. 6 Sondage 14 mit Architekturteilen in Fundlage
                                                                                                                 im Bereich der Straße
 

Unter einer dünnen Humusdecke wurde eine mächtige Versturzschicht angetroffen, die hauptsächlich aus Steinmaterial, Architekturfragmenten aus lokalem Sandstein, Marmorresten sowie Stein- und Glastesserae bestand. Anhand eindeutiger Befunde und Funde hoher Qualität lässt sich die Ausstattung der Kirche rekonstruieren. Es handelte sich um einen Nordwest-Südost orientierten, mehrschiffigen Longitudinalbau mit Apsis im Südosten. Die Gesamtgröße der Kirche konnte noch nicht bestimmt werden, beträgt bisher aber ca. 38 m und ist damit vergleichbar mit der sog. Ostkirche von Elusa. Am südöstlichen Ende der Kirche bildete die Kirchenaußenmauer einen geraden Abschluss und ummantelte die von außen nicht sichtbare Apsis. Vor der Kirche wurde ein Straßenpflaster mit darunter liegenden Straßenschichten entdeckt, die durch das Fundament der Außenmauer geschnitten wurden. Innerhalb des Altarraums wurde ein mit Prokonnesischem Marmor verkleidetes Synthronon gegen die Apsis gesetzt. Das erhöhte Presbyterium war wiederum mit großen Platten aus Prokonnesischem Marmor ausgelegt und hatte eine Länge von mindestens 9 m. Den Eingang zum Altarraum bildete eine Treppe. Unterhalb der Treppenstufen wurde die Steinpflasterung einer früheren Phase entdeckt. Auch der Boden des Mittelschiffs war mit Prokonnesischem Marmor bedeckt. Bisher konnte Basilika B anhand der Keramik nicht genau datiert werden. Weitere archäologische Untersuchungen sind daher erforderlich.

 Luftbild Sondage 14     Presbyterium & Stufen     Glasmosaikreste

Abb. 7  Luftbild des gesamten Planums der Sondage 13                   Abb. 8 Presbyterium mit          Abb. 9 Glasmosaikreste auf einem Steinquader
                                                                                                            Treppe 

Archäologen bei der Arbeit....

Natürlich wäre eine solche Ausgrabung ohne die Unterstützung von Studenten und weiteren Mitarbeitern nicht möglich....

Die Befundbearbeitung erfolgte per Hand mit Schaufeln und Kleinwerkzeug. Für den Feinputz wurde neben Handfegern ein Staubsauger eingesetzt....

                             Schnittsäuberung  Hacken   Kellenbild


Die zeichnerische Dokumentation im Planum und Profil wurde durch Handzeichnung im Maßstab 1:20, die Bauaufnahme durch Handzeichnung im Maßstab 1:50 durchgeführt. Für die Einmessung der Befunde und Grabungsschnitte wurden mittels GPS Festpunkte gesetzt. Zur Einmessung wurde eine Totalstation eingesetzt. Funde wurden schichtgetreu und nach Materialgruppen getrennt geborgen. Abschließend wurde im Bereich des Fundamentes und der Straßenschichten  das entnommene Sediment auf Funde gesiebt.

Zeichnen          Totalstation         Vermessen          Sieben des Sediments

Das Grabungsteam 2018

v.l.n.r: Patrick Kremser, Sarah Weitze, Steffanie Archut, Florian Jordan, Felicitas Becker, Jan Linden

 

Folgekampagne 2019

Eine zweiten Kampagne, ebenfalls durch die Gerda Henkel Stiftung finanziert, wird vorraussichtlich im Frühjahr 2019 stattfinden.

 

Bildnachweis:

Abb. 1 Prof. Michael Heinzelmann, Uni Köln; Abb. 2-3 Christian Schöne, Uni Köln; Abb. 4-5 Florian Jordan, Uni Bonn; Abb. 6 Christian Schöne, Uni Köln; Abb. 7-16 Florian Jordan und Patrick Kremser, Uni Bonn



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