Sie sind hier: Startseite Forschung Inszenierung und Erfahrbarmachung von Heiligkeit in Spätantike und Frühmittelalter Die spätantiken bis mittelalterlichen Gewebe in Sant’Ambrogio in Mailand

Die spätantiken bis mittelalterlichen Gewebe in Sant’Ambrogio in Mailand

Die spätantiken bis mittelalterlichen Gewebe in Sant'Ambrogio in Mailand

Gewänder aus Seide gehören zu den kostbarsten Objekten, die uns aus antiker und spätantiker Zeit erhalten sind. Die Kirche Sant'Ambrogio in Mailand besitzt gleich zwei solch exzeptioneller Exemplare in ihrem Kirchenschatz: eines noch immer in der fast ungalublichen Größe von etwa 2,77 x 1,70 m, in Weiß, mit zwei roten Streißen versehen; das andere, in viele Fragmente zerfallen, mit Raumkatzen und Jägern verziert. Beide Gewänder werden verehrt als die Tuniken des heiligen Ambrosius, des berühmten Mailänder Bischofs des 4. Jahrhunderts. Ziel des Projektes ist zweierlei:

  • Konservierung und Analyse der Gewebe. Die Konservierung, bei der die Gewebe vor Ort sehr vorsichtig gereinigt und in neue, moderne Rahmen umgebettet werden, steht unter der Leitung der Kölner Textilrestauratorin Ulrike Reichert
  • Untersuchung der Tuniken des heiligen Ambrosius als Textilreliquien. Das nachträgliche sukzessive Umhüllen mit weiteren Textilien zeigt, dass die Gewänder ab der Spätantike, aber auch in den folgenden Jahrhunderten, als extrem wertvoll erachtet wurden. Zentrale Fragen sind, ab wann den Tuniken eine inhärente Heiligkeit attestiert, ab wann sie als Reliquien verstanden und verehrt wurden.

Alle Arbeiten geschehen in enger Zusammenarbeit mit der Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio per la Città Metropolitana di Milano.

 

Lautzeit: Seit 2012

Förderung: Gielen-Leyendecker-Stiftung

Kooperationen: Soprintendenza Curia Vescovile - Ufficio beni culturali und Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio per la Città Metropolitana di Milano.

Artikelaktionen