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Neues Abteilungsprojekt - Modulare Systeme in der Spätantike - Ein Pilotprojekt der Poolforschung

Die übergeordnete Fragestellung

Bei diesem Thema stehen solche Produktionsprozesse und ihre Motivationen im Vordergrund, die sich durch das Schlagwort der „Modularität“ miteinander verbinden lassen, solche Prozesse also, die aus Einzelteilen ein (neues) Ganzes schaffen. Unter einer modularen Produktionsweise ist vor allem die Verwendung von vorfabrizierten oder wiederverwendeten Einzelteilen zu verstehen, die in – immer gleicher oder auch variierender – Abfolge zusammengefügt werden, also mit „Modulen“ arbeiten. Modularität beeinflusst den Herstellungsprozess entscheidend und begünstigt die Verwendung von Spolien in hohem Maße. Für ein umfassendes Verständnis solcher Prozesse in der Spätantike – auch im übertragenen Sinne – ist die Fokussierung auf viele Kunstgattungen notwendig, ebenso auf andere Bereiche, wie etwa die Literatur. In die Untersuchung sind naheliegende Fälle einzubeziehen, etwa Produktionsprozesse von Terra Sigillata oder Herstellungsverfahren im Bereich der Bauplastik, aber auch weniger untersuchte Gebiete wie zum Beispiel die Konzeption eines Mosaikprogramms oder eines Epigramms. Dies trägt dazu bei, die Spätantike als Innovations- und Transformationsraum neu zu charakterisieren und das alte Bild einer im Können und in ihren ästhetischen Ansprüchen „verarmten“ Spätantike zu revidieren.

Was ist "Poolforschung"?

Offene Fragen in der Forschung zu entdecken, fachbezogenes Diskutieren zu verfeinern und die „richtige“, gewinnbringende Mischung aus gemeinsamer Erarbeitung und eigenem Beitrag sowie Spezialisierung zu finden – das möchte die „Poolforschung“ den Studierenden anhand ihrer eigenen Abschlussarbeit ermöglichen. Unter Poolforschung verstehen wir, universitätsübergreifend zusammen in einem „Pool“ zu arbeiten, an einer gemeinsamen breiten, übergeordneten Fragestellung, die sich in zahlreiche Unterthemen auffächert. In dem hier angekündigten Projekt gilt die übergeordnete Fragestellung modularen Systemen in der Spätantike (s.u.). Die entsprechenden Unterthemen werden als Masterarbeiten (ggf. auch Bachelorarbeiten oder Dissertationen) vergeben.

 

Förderung

Das Pilotprojekt wird im Rahmen der Förderlinie "Hochschule der Zukunft" von der VolkswagenStiftung gefördert.

Konkret bedeutet das:

  • Vor dem Start der Projektphase findet am 08. 02. 2020 eine Kick-off-Veranstaltung in Bonn statt,die zur genauen Festlegung der Themen und Forschungsfelder dient und deren Besuch Voraussetzung für die Teilnahme ist.

  • Das Projekt finanziert im Anschluss für die teilnehmenden Masterand*innen: die Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten für zwei Workshops sowie für ein Abschlusskolloquium im Zeitraum von April 2020 bis Januar 2021.

  • Das Projekt lädt zudem internationale Wissenschaftler*innen zu den Workshops bzw. dem Abschlusskolloquium ein.

  • In den Workshops stehen der Austausch über den Fortgang der eigenen Untersuchung sowie die Erarbeitung theoretischer Grundlagen und übergreifender Aspekte des Rahmenthemas im Zentrum.

  • Auf dem Abschlusskolloquium berichten die Teilnehmer*innen über ihre Abschlussarbeiten und treten dabei mit nationalen und internationalen Wissenschaftlern in den Dialog.

  • Eine Abschlusspublikation (open-source) wird redaktionell betreut.

  • Zu Beginn des Projektes wird ein kooperatives Blog eingerichtet, das einen konstanten Austausch der Teilnehmer*innen auch zwischen den Workshops sichert.

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