Sie sind hier: Startseite Forschung Repertorium der christlich-antiken Sarkophage 5. Band: Konstantinopel und das östliche Mittelmeer

Repertorium der christlich-antiken Sarkophage 5. Band: Konstantinopel und das östliche Mittelmeer

Ein Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin, und der Abteilung Christliche Archäologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Archäologie und Kulturanthropologie,
gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Ansprechpartner
Prof. Dr. Sabine Schrenk, [Email protection active, please enable JavaScript.]

 

Prinzensarkophag

Sog. Prinzensarkophag, Istanbul, Archäologischen Museum. Foto: Müfit 1934, Taf. 2.

 

Dionysische Umzüge, Jahreszeiten, die den Kreislauf des Werdens und Vergehens verbildlichen, aber auch tragische Geschichten aus der antiken Mythologie und Schlachtengetümmel sind bekannte Bildthemen auf den vielen Sarkophagen der römischen Kaiserzeit. Mit der zunehmenden Verbreitung des Christentums nehmen vom späten 3. Jahrhundert n. Chr. an auch Themen aus dem Alten und Neuen Testament Einzug in die Sarkophagproduktion. Ihre Reliefs gehören zu den ältesten Beispielen christlicher Szenen. Sie spielen deshalb eine zentrale Rolle für die Untersuchung der Entstehung der christlichen Ikonographie, aber auch, in Verbindung mit den zusätzlichen Inschriften, für übergreifende gesellschaftspolitische Analysen.

 

Porphyrsarkophag
Porphyrsarkophag, Istanbul, Archäologisches Museum. Foto: Asutay-Effenberger – Effenberger 2006, Taf. 5, Abb. 6.

In den späten 1960er Jahren begann Friedrich Wilhelm Deichmann in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut das „Repertorium der christlich-antiken Sarkophage“ herauszugeben. Mittlerweile sind, nach langer Unterbrechung, drei Bände erschienen: zu Rom und Ostia, Dalmatien und den Museen der Welt und zu Algerien, Frankreich und Tunesien. Ein vierter Band, zu den Sarkophagen der Iberischen Halbinsel, ist weitgehend fertig gestellt. 

Für den fünften Band bearbetitete nun - auf eigenen Vorarbeiten fußend - Prof. Dr. Johannes Deckers, München, die Sarkophage aus Konstantinopel. Die Bearbeitung der symbolisch verzierten Sarkophage aus dem östlichen Mittelmeergebiet unternahm Prof. Dr. Dr. h.c. Gutram Koch, Marburg. Unterstützt wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Forschungsstipendium für die Mitarbeit von Denis Mohr, Köln) und dem Deutschen Archäologischen Institut; es ist angesiedelt an der Abteilung für Christliche Archäologie der Universität Bonn. Das Manuskript ist mittelweile in der Redaktion in Berlin eingereicht.

 

Scheinsarkophag im Hypogäum bei Silivrikapi.
Scheinsarkophag im Hypogäum bei Silivrikapi. Foto: Deckers – Serdaroglu 1993, Taf. 5b.


Diesem abschließenden Repertoriumsband kommt eine besondere Bedeutung zu: Einige Exemplare sind in ihrer Monumentalität einzigartig, Phänomene wie die so genannten Scheinsarkophage sind aus dem weströmischen Kulturkreis bisher nicht bekannt, und die Marmorreliefs sind zum Teil von exzeptioneller Qualität. Da außerdem von der Gattung der oströmischen Skulptur insgesamt verhältnismäßig wenige Denkmäler erhalten blieben, ermöglicht gerade die Bearbeitung dieser Sarkophage eine vertiefte Vorstellung von der Kunstproduktion im ostmediterranen Kulturraum der Spätantike.

 

Links

 

Artikelaktionen